KUBA - seltene königl Maskengruppe, ca 27-50cm, vor 1940, ehem KaldeColl, Aachen, 4800,-€
KUBA
DemRepKongo
"bwoom", "woot" und "ngaady a mwash"
Das königliche Maskentrio
(Erste Hälfte 20. Jahrh)
ca 27, 33 und 50cm hoch (ngaady ohne Behang gemessen)
Weitere Bilder auf Anfrage!
Provenienz:
bis 2014: Privatsammlung der Unternehmerfamilie Kalde, Aachen
Alle der drei sehr seltenen Masken in der Qualität zu bekommen, ist heute fast unmöglich.
Sie benötigen aber einigen Platz.
Bei mir waren sie vorstehend an der Wand präsentiert (siehe Abb)
...Der Bwoom, eine der drei königlichen Masken, nimmt einen bedeutenden Platz im Kulturerbe der Kuba ein, die in der Demokratischen Republik Kongo leben. Diese antike Maske ist eine zentrale Figur bei verschiedenen zeremoniellen Ereignissen und verkörpert verschiedene Eigenschaften. Bei Einweihungen von Jungen symbolisiert der Bwoom den Naturgeist Ngeesh. Als Teil des königlichen Masken-Trios verkörpert sie einen trotzigen Charakter, der sich mit seinem Bruder Woot in einem Machtkampf befindet und um die Kontrolle und den Besitz von Ngaady a Mwaash, seiner Frau und seiner Schwester ringt. Der Bwoom ist nicht nur ein Symbol des Widerstands innerhalb der königlichen Hierachie, sondern wird auch mit dem gewöhnlichen Mann assoziiert, der einen rebellischen Geist gegen die etablierte aristokratische Ordnung widerspiegelt. In seiner Rolle als Aufständischer, der den Thron und sein System herausfordert, zeigt der Bwoom-Maskeralter einen stolzen und aggressiven Tanzstil, der die rebellische Essenz seiner Figur zum Ausdruck bringt. (Dorotheum)
AFRICA ART ARCHIVE: (Auszug)
Die königlichen Tänze der Kuba mit ihren farbenprächtigen Maskengestalten waren eines der Highlights auf Hans Himmelhebers Reise durch die damalige Kolonie Belgisch Kongo in den Jahren 1938/39. Die Stülpmaske ngady mwaash wurde ungewöhnlicherweise von einer Frau getanzt, mwaash a mboy hatte ein auf eine Leoparden- oder Elefantenhaut mit Perlen nachgezeichnetes Gesicht und war reich mit Adlerfedern verziert. Ihre Kostüme gleichen einem «Panzer» aus Glasperlen, mit Fellen, Federkrone, perlbesetzten Handschuhen und Schuhen.
Zweimal tanzten solche Maskengestalten in Begleitung eines Trommlers für Himmelheber in der Hauptstadt Mushenge und beeindruckten ihn zutiefst:
«Ich habe in Afrika niemals etwas Vergleichbares gesehen: Es ist einfach grossartig! Stets treten zwei oder auch mehr Maskengestalten gleichzeitig auf und liefern sich eine Art Wettstreit. Jeder Maskentänzer wird von seiner Umgebung unterstützt, wird von seinen Helfershelfern umgeben und durch deren Zurufe angespornt. Dann erhebt er sich und tanzt ein paar Schritte zum Schlag der Trommeln, aber das schwere und pompöse Gewand verunmöglicht eigentliches Tanzen. Es sind nur wenige kunstvolle Ruckbewegungen, und schon nach kurzem zieht sich der Tänzer unter der Obhut seiner zwei Helfer zurück, streckt sich am Boden aus, verschnauft und erhält von seinen Begleitern frische Luft zugewedelt und Wasser gereicht. Doch nach wenigen Minuten macht er sich wieder zum Tanzen bereit.»
Die Kuba wussten um die faszinierende Wirkung dieser Tänze, die nicht nur ein farbenfrohes Spektakel für Reisende waren, sondern in erster Linie der Zurschaustellung der Macht des Königs, der Fürsten und der Aristokraten dienten [siehe Essay Geary im Katalog Fiktion Kongo].
Die Kuba gestatteten Himmelheber, diese Auftritte zu fotografieren, doch war es schwierig, in den Besitz der seltenen Masken zu gelangen. Die Würdenträger wollten sie nicht verkaufen, weil die Masken ihnen beim Auftritt zu ihrem eigenen Begräbnis Glanz und Ansehen verleihen würden.
€ 4.800,00
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